Ankommen in Bregenz
Roman Fitz lebt seit 1991 in Bregenz – der Liebe wegen. Ursprünglich stammt er aus Dornbirn, und auch wenn er mit einem Augenzwinkern sagt, dass er „im Herzen immer noch Dornbirner“ sei, ist Bregenz längst zu seinem Zuhause geworden. Zuerst wohnte er in der Achsiedlung, heute lebt er in Vorkloster, das er als besonders gemütlich empfindet. Überhaupt sieht er das Leben pragmatisch: „Leben kann man überall, man muss es sich halt richten“, sagt er, und genau das scheint ihm in Bregenz gut gelungen zu sein.
Was ihm an der Stadt besonders gefällt, ist die Mischung aus Natur und Alltagstauglichkeit. Für Roman sind es der See und der Berg, aber auch die vielen Möglichkeiten, die Bregenz bietet, die das Leben hier lebenswert machen. Je nach Ziel ist er mit dem Fahrrad, den Öffis oder auch mit dem Auto unterwegs, wobei er für Fahrten in die Innenstadt lieber auf Auto und Parkplatzsuche verzichtet.
Leidenschaft Ahnenforschung
Roman ist Pensionist, aber alles andere als untätig. Seit rund 20 Jahren widmet er sich mit großer Leidenschaft der Ahnenforschung – einem Hobby, das ihn nicht mehr losgelassen hat, seit es ihn einmal gepackt hatte. Angefangen hat alles mit einem Familienwappen, von dem sein Vater überzeugt war, dass es das Wappen der Familie sei. Also machte sich Roman auf die Suche. Gerade diese erste Entdeckung war es, die seine Neugier geweckt hat. Über den Lustenauer Verein „IGAL“ kam er schließlich tiefer in die Materie hinein. Gemeinsam mit den Erzählungen seines Vaters und mithilfe alter Matriken, also Kirchenbüchern mit Geburts-, Heirats- und Sterbeeinträgen, begann er, seine Familiengeschichte Stück für Stück zusammenzusetzen. Das alles geschah noch zu einer Zeit, als die Bücher nur im Archiv eingesehen werden konnten und Seite für Seite über einen Projektor durchgesehen werden musste. Rückblickend beschreibt Roman diese Begeisterung sehr treffend, wenn er sagt, dass Ahnenforschung „wie ein Virus“ sei – habe es einen einmal erwischt, lasse es einen nicht mehr los. Besonders spannend wurde es für ihn, als er erkannte, dass er aus einem großen Stamm der Familie Fitz in Hard stammt. Damit begann eine intensive Zusammenarbeit mit dem Archiv in Hard, wo er mittlerweile selbst viel beigetragen hat. Für die Gemeinde Hard hat er gemeinsam mit dem Archiv bereits rund 49.000 Personen erfasst. Was ihn bis heute an der Ahnenforschung fasziniert, ist das Entdecken selbst. Wenn er einmal an einer Spur dran sei, können Stunden oder sogar Tage vergehen, weil es ihm einfach „Spaß macht, etwas rauszufinden“. Die Neugier sei dabei seine größte Motivation. Und sie wird immer wieder neu angeregt – etwa durch überraschende Funde. So stellte sich heraus, dass das vermeintliche Familienwappen falsch war. Das echte Wappen der Familie Fitz entstand bereits 1643, und der Name wurde früher mit V geschrieben.
Spuren, Geschichten und Geduld
Besonders interessant findet Roman, dass viele Menschen bei Ahnenforschung zunächst mit Sorge reagieren und hoffen, in der eigenen Familie keine Verbrecher:innen zu entdecken. Für ihn ist gerade das Gegenteil spannend: Wenn es Verbrecher:innen oder auch Pfarrer in der Familie gebe, dann sei das oft ein Glücksfall, weil dadurch zusätzliche Aufzeichnungen existieren – etwa Gerichtsprotokolle oder andere Dokumente, die viel über die Person und ihre Zeit erzählen.
Wer selbst mit Ahnenforschung beginnen möchte, dem rät Roman, sich zunächst darüber klar zu werden, ob ein Stammbaum oder eine tatsächliche Familiengeschichte entstehen soll. Wer mehr als bloße Namen und Daten festhalten will, müsse auch Fotos, Dokumente und persönliche Überlieferungen sammeln. „Ahnenforschung ist ein Marathon, kein Sprint“, erinnert Roman.
Haltung und Blick aufs Leben
Romans Haltung zum Leben beschreibt er so: „Man muss niemandem etwas neidig sein, aber auch mit dem, was man hat, nicht angeben.“ Ganz nach seinem Leitsatz: „Leben und leben lassen.“ Im Alltag ist Roman neugierig und aufmerksam. Seinen Kaffee genießt er gerne in der Kaiserstraße, wo er sich über spontane Begegnungen freut. Am See oder auf dem Fahrrad findet er Ruhe und lässt seine Gedanken schweifen.
Auf die Frage, wen er aus seiner eigenen Familiengeschichte gerne treffen würde, ist seine Antwort sofort klar: „Min Papa!“ Zwar habe dieser ihm vieles erzählt, doch damals sei er noch zu jung gewesen, um alles Wichtige zu erkennen. Heute würde er ihm gerne noch viel mehr Fragen stellen. Für die Zukunft wünscht sich Roman vor allem eines: noch ein bisschen mehr Zeit für die Ahnenforschung seiner eigenen Familie.