Eva Defranceschi ist in Kennelbach aufgewachsen und vor rund zwanzig Jahren mit ihren Söhnen nach Bregenz gezogen. Der Umzug fiel ihr nicht leicht, doch für sie war klar: Wenn, dann nach Bregenz. Als sie ihre Wohnung im Velag-Gebäude zum ersten Mal besichtigte, wusste sie sofort, dass sie angekommen ist. Licht, Stimmung und der Ausblick haben sie überzeugt. Heute lebt sie in Vorkloster – ein Stadtteil, der für sie alles vereint, was sie braucht. Einkaufsmöglichkeiten, See, Innenstadt oder Hausberg sind in greifbarer Nähe. Besonders schätzt sie auch die Nachbarschaft. „Man schaut aufeinander“, erzählt sie. Kleine Gesten wie ein frisch gekochtes Essen vor der Tür oder ein Gespräch im Stiegenhaus sind für sie selbstverständlich geworden.
Beruflich hat Eva ihren Platz im Hospiz in Bregenz gefunden, wo sie seit sieben Jahren tätig ist. Zuvor arbeitete sie auf einer Akutstation – ein Umfeld, das von Tempo und Druck geprägt war. Was ihr dort fehlte, war Zeit: Zeit für Menschen, Zeit für Begegnungen. Genau diese findet sie heute im Hospiz. Dort werden die Patient:innen bewusst als „Gäste“ bezeichnet. Für Eva ist es ein Ort, an dem Menschen sein dürfen. „Bei uns wird zuerst gelebt“, sagt sie. Eva begleitet Menschen auf ihrem letzten Weg – und sieht ihre Aufgabe nicht nur im Umgang mit den Gästen selbst, sondern auch mit ihren Familien: „Ein Gast ist nie allein.“ Die Arbeit im Hospiz ist intensiv und verlangt viel Einfühlungsvermögen. Kein Tag ist wie der andere, jede Begegnung bringt neue Erfahrungen. Für Eva hat ihre Tätigkeit eine klare Sinnhaftigkeit. „Ich mache meinen Job gerne, auch wenn das nicht jeder verstehen kann“, erklärt sie. Besonders wichtig ist ihr dabei das Miteinander im Team. Austausch, Offenheit und gegenseitige Unterstützung helfen, auch emotional herausfordernde Situationen zu bewältigen. Durch ihre Arbeit hat sie eine klare Haltung zum Leben entwickelt: Dinge nicht aufschieben, Entscheidungen treffen und bewusst leben: „Das Leben ist endlich – das lerne ich jeden Tag aufs Neue.“
Ein Blick auf ihr Leben in Bregenz
Über ihren Wohnort sagt sie, schmunzelnd: „Ich finde Bregenz großartig – wir wohnen ja wirklich dort, wo andere Urlaub machen“. Besonders wichtig ist ihr das frei zugängliche Seeufer. „Wir sind hier eingebettet in eine wunderbare Welt.“ Für ihren Ausgleich genießt sie einen Cappuccino im Pinocchio in der Innenstadt. Dort trifft sie sich mit Freunden oder lernt neue Menschen kennen. Besonders in der Kaiserstraße gibt es für sie immer etwas zu beobachten – vor allem während der Festspielzeit. Kraft tankt sie beim Laufen, am liebsten über den Schlossberg Richtung Fluh oder das Gschlief hinauf zum Pfänder. Diese Zeit verbringt sie gerne allein. „Mit den Augen eines Kindes die Natur entdecken“ – das ist ihr Motto dabei. Im Sommer findet man sie oft am Wocherhafen, wo sie im See badet und zur Ruhe kommt.
Auch die Entwicklung der Stadt nimmt sie bewusst wahr. Die Pipeline findet sie besonders gelungen – „eine schöne Lösung“. Für sie ist klar, dass Veränderungen nicht von heute auf morgen passieren: „Pläne brauchen Zeit, um umgesetzt zu werden.“ Natürlich sieht sie auch Herausforderungen wie Leerstände in der Innenstadt, ist aber überzeugt, dass es dafür durchdachte und nachhaltige Ansätze gibt. Orte wie der Kornmarktplatz sind für sie wichtige, lebendige Treffpunkte. „Man wird es nie allen recht machen“, sagt sie. Ihr Wunsch für Bregenz: Die Menschen sollten sich wieder mehr begegnen. Wichtig ist, dass niemand in der Anonymität verschwindet. Ein Lächeln könne oft schon viel bewirken.
Für sich selbst wünscht sich Eva, bald in Pension zu gehen. Dann möchte sie reisen, eine Fremdsprache lernen und mehr Zeit für sich selbst haben. Zusammenfassend sagt sie: „Wenn es mir gut geht, kann ich auch dafür sorgen, dass es anderen gut geht.“ Gleichzeitig ist sie dankbar für das, was sie hat: ihre Familie, ihren Beruf, ein Zuhause. „Was möchte ich denn noch mehr?“, fragt sie – und ergänzt schmunzelnd: „Gut, zu einer Million Euro sagt niemand Nein.“ Gesundheit ist für sie das Wichtigste: „Dann kann ich alles erreichen.“ Ein gutes Leben bedeutet für sie ein Miteinander – Vertrauen, Ehrlichkeit und füreinander da sein. Für ihr eigenes Lebensende wünscht sie sich, im Reinen mit sich selbst zu sein – ohne Groll oder offene Themen. Durch ihre Arbeit weiß sie, wie wichtig es ist, Dinge rechtzeitig zu regeln. Klarheit, Offenheit und ein gutes Gefühl – das ist es, was am Ende zählt.